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Neustattalm am Dachstein / Steiermark. Interessante Themen für die Wissenschaft – auch der Handel blüht.

Ewiges Eis im Nordwesten, mediterrane und pannonische Klimaströmungen im Süden und Osten – vom hochalpinen Dachstein Gletscher bis in ausgedehnte Aulandschaften und hügelige Weinbaugebiete: Der Lebensraum des flächenmäßig zweitgrößten Bundeslandes Österreichs erstreckt sich zu beiden Seiten des Alpenhauptkammes – entsprechend facettenreich präsentieren sich seine Regionen in puncto Brauchtum und KulturWissenschaft, Industrie und Handel

Der Wirtschaftsstandort Steiermark punktet mit seiner zentralen Lage in Europa, mit einer modernen, dynamischen Infrastruktur und hochqualifizierten Arbeitskräften. Dazu kommen interregionale Partnerschaften im Alpen-Adria-Raum. Die Perspektiven sind vielversprechend – dem war nicht immer so.

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Herbst über den Weinbergen der Südsteiermark. Kultur ist hier vor allem der Wein, der auch die Wirtschaft bestimmt.

Bewegte Nachkriegszeiten und fallende Grenzen

Während die verstaatlichte Schwerindustrie in der Obersteiermark ihre Blütezeit erlebte, blieb der Grazer Raum von den Segnungen des Wirtschaftswunders weitgehend abgeschnitten. In den Norden fehlte die adäquate Verkehrsanbindung an potenzielle Handelspartner jenseits der Alpen. 

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Die Altstadt von Leoben liegt in einer Schleife der Mur. In der Mur- Mürzfurche befindet sich das Zentrum der steirischen Schwerindustrie.

Der Zugang zu den Nachbarn im Süden und Osten blieb aufgrund weltpolitisch gezogener Grenzen versperrt.

Als mit dem Niedergang der Eisen- und Stahlproduktion auch die Mur-Mürz-Furche zur Krisenregion erklärt wurde, galt das Bundesland als Sanierungsfall. Doch das Blatt wendete sich: Der Fall des Eisernen Vorhangs, die Unabhängigkeitserklärung des südlichen Nachbarn Slowenien und Österreichs EU-Beitritt eröffneten neue, ungeahnte Möglichkeiten.

Das Land rückte von seiner geopolitischen Randlage Schritt für Schritt ins Zentrum Europas. Die Steiermark hat diese Chance beim Schopf gepackt. Daher kommt auch die große Kraft für Innovation. 

Weltoffenes Kulturklima ermöglicht spartenübergreifende Vernetzung

Dass das steirische Modell heute als Vorreiter in Sachen Modernität, Vernetzung und Digitalisierung wahrgenommen wird, liegt nicht zuletzt am kulturellen Unterbau des Landes. Die Ende der 1960er Jahre gegründete Plattform „steirischer Herbst“ polarisierte anfangs Gesellschaft und Politik in Styria“.

Dieses Avantgardefestival für zeitgenössische Kunst sorgte jedoch nach anfänglichen Widerständen für eine gesellschaftliche Akzeptanz kreativen Schaffens abseits konventioneller Pfade. Bereits Jahre vor dem steirischen Herbst war in Graz die Künstlervereinigung Forum Stadtpark ins Leben gerufen worden, welche sich gleichfalls für eine spartenübergreifende Kunstszene engagierte.

Die forcierte Interaktion verschiedener Kunstformen wie Theater und Architektur, Film, Literatur, Fotografie und Musik sollte sich als richtungsweisend auch für neue ökonomische Konzepte herausstellen.

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Die steirische Wirtschaft im befruchtenden interdisziplinären Dialog

Die Kooperation regionaler Produktionsstätten, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe mit Forschungseinrichtungen und öffentlichen Institutionen haben das Land stark gemacht.

War vormals die verstaatliche Grundstoffindustrie prägend für den Wirtschaftsstandort Steiermark, so sind es heute die Cluster.

Styria ist im digitalen Zeitalter angekommen, …

…der Innovationsschub bestehender Netzwerke erschließt immer neue Märkte und Wertschöpfungspotenziale.

Die Cluster: Mobilität, Umwelttechnik, Holz, Kreativwirtschaft, Humantechnologie und Elektronik

Durch disziplinenübergreifend ergänzende Zusammenarbeit regionaler Betriebe und Einrichtungen sind landesweite Cluster entstanden:

Der ACstyria Mobilitätscluster wurde ursprünglich als Autocluster gegründet und umfasst heute Betriebe der Automobil-, Luft- und Raumfahrt- sowie Bahnindustrie. Dementsprechend sind die Kompetenzfelder in ACstyria Automotive, ACstyria Aerospace und ACstyria Rail Systems aufgegliedert. Leitbetriebe sind Magna Steyr (Automotive), Böhler und Pankl (Aerospace) sowie Siemens, voestalpine und die Maschinenfabrik Liezen (Rail Systems).

Beim Green Tech Cluster Styria im steirischen „Green Tech Valley“ liegt der Fokus auf Energie- und Umwelttechnik. An der Bündelung von Kompetenzen in Bereichen wie Sonnenenergie, Biomasse oder Klimaschutz sind etwa 200 Cluster-Partner beteiligt, unter anderem die Andritz AG als größtes steirisches Unternehmen.

Wirtschaftliche Cluster sind Netzwerke von eng zusammen arbeitenden Unternehmen – heute immer stärker im Verbund mit Ausbildungseinrichtungen, Hochschulen oder anderen Kompetenzzentren. © Wikipedia

Der Holzcluster Steiermark versteht sich als Dienstleister in der Holz- und Forstwirtschaft. Architekten, Holzbauexperten und Forstwirte entwickeln Zukunftsprojekte und sorgen für Wissenstransfer, Vernetzung und internationales Lobbying.

Creative Industries Styria hat sich dem Ausbau und einer optimalen Positionierung der steirischen Kreativwirtschaft im gesamtwirtschaftlichen Kontext verschrieben. Partnerunternehmen der Plattform kommen aus den Bereichen Design und Mode, Architektur, Kunsthandwerk, Film und Werbung.

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In unserem Gehirn arbeitet ein Cluster / Netzwerk von Nervenzellen

Human.technology Styria widmet sich als Cluster für Life Sciences der Stärkung und Vernetzung steirischer Unternehmen im medizintechnischen und biotechnologischen Bereich.

Silicon Alps Cluster ist ein Technologiecluster von Forschungseinrichtungen und Unternehmen in der Sparte Electronic Based Systems. In diesem bundesländerübergreifenden Cluster kooperiert die Steiermark mit Kärnten – bekannte steirische Vertreter auf Unternehmensseite sind der Leobener Halbleiterkonzern AT & S und das Grazer Antriebs- und Prüftechnikunternehmen AVL List.

Wissenschaft und Forschung in der Steiermark

Die steiermärkische Quote für Investitionen in Forschung und Entwicklung liegt bei 5 Prozent des regionalen Bruttoinlandsprodukts – das ist der Höchstwert im österreichweiten Bundesländerranking. 

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Die Karl-Franzens-Universität Graz ist die größte Universität der Steiermark und nach der Universität Wien die zweitälteste Universität Österreichs.

Das Land beherbergt fünf Universitäten, zwei Fachhochschulen sowie außeruniversitäre Forschungseinrichtungen wie Joanneum Research.

Unternehmenseigene Entwicklungszentren verstärken darüber hinaus die enge wirtschaftliche Anbindung an Forschungsinitiativen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Die Kooperation von Wissenschaft und Wirtschaft funktioniert auch in den Clustern hervorragend – TU Graz, Montanuniversität Leoben, Karl-Franzens-Universität und Medizinische Universität Graz sowie die Fachhochschulen Joanneum und Campus 02 sind entweder direkt in den steirischen Clustern engagiert oder beteiligen sich an ausgesuchten Initiativen und Projekten.

Neue Perspektiven für Handel und Verkehr

Der Anbindung an den gesamteuropäischen Handel gilt aktuell besonderes Augenmerk.

Überregionale Handelsbeziehungen sind von großer Bedeutung für das Land – sie sollen mittelfristig nach der Fertigstellung laufender Verkehrsprojekte intensiviert werden.

Die Realisierung der Großprojekte Semmering-Basistunnel und Koralmtunnel wird sich positiv auf den Personenverkehr auswirken.

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Romantisch und schön, die alte Semmeringbahn: Breitenstein mit dem Kalte-Rinne-Viadukt. Für Österreich, die Steiermark und Europa sind Semmering-Basistunnel und Koralmtunnel enorm wichtig.

In wirtschaftlicher Hinsicht noch wichtiger ist jedoch die gezielte Erweiterung des Güterverkehrs auf Schienen. Die baltische-adriatische Achse verbindet den Ostseehafen Rostock mit der Adria in Triest: Die Steiermark ist eine der von dieser Güterzugverbindung erschlossenen Regionen: Neue Infrastrukturen entstehen entlang dieser Verkehrsachse und neue Arbeitsplätze werden geschaffen. Die beiden Tunnelverbindungen von und nach Kärnten respektive Niederösterreich sollen bis 2026 fertiggestellt sein.

Regionaler Handel und Digitalisierung

Als gutes Beispiel für die Kooperation von auf engem Raum angesiedelten Unternehmen gilt die Grazer Innenstadt. Hier arbeitet ein Gemeinschaftsverein beharrlich an der Stärkung des Innenstadthandels.

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Auch solche Märkte werden natürlich überleben – Einkaufserlebnis wird gesucht: Bauernmarkt in Graz-Eggenberg. Regionale Online-Marktplätze helfen dem lokalen Handel zu überleben.

Der Bau einer großzügig angelegten Tiefgarage direkt neben der Mur und unter dem altehrwürdigen Kaufhaus Kastner & Öhler verschaffte dank ihrer 600 Stellplätze nicht nur dem zentralen Stammhaus der Kaufhauskette Kastner & Öhler neuen Kundenzuspruch – von den kurzen Wegen in die Fußgängerzone rund um den Grazer Hauptplatz profitieren zudem etliche andere Traditionsbetriebe. Neben den stationären Verkauf gilt es die Vielfalt regionaler Produkte auch online sichtbar zu machen.

Neben der Dienstleistungs- und Produktpräsentation auf Firmenwebsites, über soziale Medien oder der Vermarktung über den eigenen Onlineshop ist die Etablierung digitaler Marktplätze der nächste logische Schritt regionaler Vernetzung.

Das Grüne Herz Österreichs pocht - in Wirtschaft und Handel, Wissenschaft und Kultur

Deutschlandsberg
Die Steirer und Steirerinnen lieben ihre Geschichte und Tradition: Burg Deutschlandsberg.

Vom weststeirischen Burgmuseum Deutschlandsberg der Schlösserstraße entlang auf die berüchtigte uneinnehmbare Riegersburg im Vulkanland … vom schrecklich anmutenden Krampustreiben in Bad Aussee zum erholsamen Entspannungsurlaub im Thermenland – traditionell unverfälschtes Brauchtum, besondere historisch geprägte Orte und touristische Anziehungspunkte:

Steirerland bietet allerhand.

Die aktuell boomende steirische Wirtschaft legt noch ein Schäuflein nach: Die Grüne Mark hat nicht nur längst am digitalisierten Zeitalter angedockt – sie bestimmt technologische Fortschritte in vielen Bereichen aktiv mit.

Die gewachsenen Synergien bieten bestehenden und neugegründeten steirischen Unternehmen beste Perspektiven. Starke positive Signale für Handel, Wirtschaft und Wissenschaft sind gesetzt, die Ziele für Innovation bleiben hoch gesteckt – die moderne Steiermark wird ihrem erfolgreich eingeschlagenen Weg wohl treu bleiben.

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